Zu viele Tiere im Zoo: Wie geht moderner Artenschutz?
2025 wurden im Tiergarten Nürnberg zwölf gesunde Paviane getötet – aus Platzmangel. Eine Empörungswelle und Proteste waren die Folge. Aus Sicht der Verantwortlichen war diese Tötung notwendig zum Schutz des Artenerhalts. Zuchtprogramme in Zoos sollen sicherstellen, dass gefährdete Tierarten erhalten bleiben – doch der Platz in Tierparks ist begrenzt. Hunderttausende Tierarten sind akut vom Aussterben bedroht. Viele Zoos versuchen daher, durch Zuchtprogramme eine Reservepopulation gefährdeter Arten zu schaffen – wie eine moderne Arche Noah. So züchtet der Tiergarten Nürnberg seit Jahren erfolgreich gefährdete Guinea-Paviane. In dem geschützten Habitat vermehrten sich die Tiere so stark, dass der Platz im Gehege nicht mehr ausreichte. Stress, Aggression und Verletzungen innerhalb der Pavian-Gruppe waren die Folgen. Der Zoo entschied sich, zwölf der Tiere zu töten. Bemühungen, sie woanders unterzubringen, waren fehlgeschlagen. Artenschutz vor Tierschutz – das ist der Leitsatz vieler Zoos.
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